Energiemanagement

Hintergrund:

Das Thema Energieeinsparung ist inzwischen in aller Munde. Die Betriebe sind durch die ständig steigenden Energiekosten gezwungen mögliche Einsparungspotentiale zu erkennen, um am Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Durch die Politik wurden bereits verschiedene Weichen gestellt, um die Unternehmen und auch die privaten Haushalte zum Einsparen zu „bewegen“ (siehe z.B. Energieeinsparungsverordnung).

Ein weiterer Meilenstein wurde im April 2015 durch das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) gelegt.

Das EDL-G verpflichtet alle NICHT-KMU Betriebe, einschließlich Partnerunternehmen und verbundene Unternehmen, eine Testierung gemäß der DIN EN 16247-1 (Energieaudit) bzw. eine Zertifizierung gemäß der DIN EN ISO 50001 (Energiemanagementsystem) durchzuführen. Die Einführungsphase muss 2016 abgeschlossen sein.

Eines ist klar: Die Energieeffizienz-Anforderungen an die Betriebe werden weiter steigen.

Grundlagen und Inhalte der DIN EN ISO 50001

Die Systemgrundlage bietet die DIN EN ISO 50001. Sie weist viele Parallelen zu ihren "Schwesternormen" DIN EN ISO 9001:2008 bzw. DIN EN ISO 14001:2009 auf. Das bedeutet erhebliche Synergien in der Umsetzung der Norminhalte zu ggf. bereits bestehenden Qualitäts- bzw. Umweltmanagementsystemen.

Es ist eine Managementstruktur festzulegen (TOP-Management/ Beauftragte des Managements u.a.). Eine Energiepolitik ist zu definieren. Daraus abzuleiten sind Ziele, welche durch Energieleistungskennzahlen zu belegen sind. Im Rahmen der Energieplanung ist eine systematische Ermittlung des aktuellen "bereichs- oder anlagenscharfen" Energiebedarfs und damit die Feststellung der entscheidenden Verbraucher erforderlich. Kosten-Nutzen-Vergleiche sollte gezogen werden. Nach dem Priorisieren der Maßnahmen werden auch die Bereiche definiert, deren Energiebedarf kontinuierlich überwacht werden muss. Mitarbeiter und interessierte Kreise sind in das bestehende System einzubinden. Schulungen und weitere Qualifikationen der Beteiligten sind erforderlich. Interne Audits sind durchzuführen und eine Managementbewertung - unter Berücksichtig der gesetzlichen Anforderungen -zu erstellen.

Die externe Zertifizierung hilft dem Unternehmen kontinuierlich die Maßnahmen und deren Umsetzung und damit auch die Energieeffizienz zu erhalten

Gründe ein Energiemanagementsystem einzuführen

  • Verbesserung des Energieeinsatzes und somit auch Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit,
  • ein optimierter Energiebedarf gehört derzeit schon zu den Kundenerwartung, wie zum Beispiel die Erstellung einer CO2-Bilanz,
  • eine „gute“ CO2-Bilanz kann als Marketingvorteil dienen,
  • Vertrauen schaffen, dass ein optimierter Energiebedarf erreicht wird und aufrechterhalten bleibt,
  • Vorteile bei der Kapitalbeschaffung bei Kreditgebern,
  • Das „gute Gefühl“ sich aktiv als Unternehmen am Klimaschutz zu beteiligen.