Volker Jansen ist Auditor bei der SVG ZERT und beschäftigt sich täglich mit Qualität, Nachhaltigkeit und der Optimierung von Prozessen. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Logistikbranche und zahlreichen Audits – sowohl als Auditierten als auch als Auditor – bringt er tiefes Wissen und Leidenschaft für seine Arbeit mit. Im Interview spricht er über die Zukunft des Audits, die Bedeutung von Nachhaltigkeit und warum Qualität kein Schreckgespenst sein muss.
Frage: Herr Jansen, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch nehmen. Können Sie sich kurz vorstellen?
Volker Jansen: Sehr gerne. Mein Name ist Volker Jansen, ich bin 52 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder. Ich arbeite seit einem Jahr bei der SVG ZERT, habe aber vorher über 30 Jahre in der Transport- und Logistikbranche gearbeitet. Unter anderem war ich als Niederlassungsleiter aktiv, bevor ich bei der SVG ZERT angefangen habe zu arbeiten. In meiner Karriere wurde ich bereits mehrfach auditiert – sowohl intern als auch extern – und die Arbeit hat mich immer fasziniert. Deshalb hat mich die Möglichkeit, bei der SVG ZERT zu arbeiten, von Anfang an gereizt.
Frage: Welche Aufgaben übernehmen Sie bei der SVG ZERT?
Jansen: Meine Hauptaufgaben sind die Vorbereitung und Durchführung von Audits. Dazu gehört auch die Prozessanalyse und -optimierung, die Begleitung von Zertifizierungen und Rezertifizierungen sowie die Integration von Nachhaltigkeits- und Risikomanagementaspekten in bestehende Systeme.
Was mir dabei besonders Spaß macht, ist das Hinterfragen von Prozessen. Das ist ja eigentlich etwas, was wir alle im Alltag tun – warum läuft etwas so, wie es läuft? Und warum macht man es nicht besser? Hier habe ich die Möglichkeit, genau das zu tun – und gleichzeitig Unternehmen weiterzuentwickeln.
Frage: Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort?
Jansen: Sehr wichtig. Ein großer Aspekt meiner Arbeit ist es, komplexe Anforderungen verständlich zu machen. Es ist kein Hexenwerk – es muss nur klar formuliert und in die Praxis übersetzt werden. Und nicht zuletzt geht es darum, die Menschen für Qualität zu begeistern.
QM ist kein Schreckgespenst – es hat einen Selbstzweck und kann echten Mehrwert schaffen. Es ist auch wichtig, die Veränderungen zu begleiten – neue Normen, Nachhaltigkeitsthemen, digitale Transformation. All das gehört heute dazu.
Frage: Wie hat sich die Branche in den letzten Jahren verändert?
Jansen: Die Anforderungen haben sich deutlich gewandelt. Früher war das Management-System oft Pflichtprogramm – heute ist es ein Steuerungsinstrument, um den Betrieb am Laufen zu halten. Qualität ist strategisch bedeutsamer geworden.
Auch die Digitalisierung ist heute allgegenwärtig. Remote Audits, digitale Checklists, automatisierte Auswertungen – das gab es vor ein paar Jahren so nicht. Und die Themenfelder sind größer geworden: ESG, Klimawandel, Lieferkettengesetz, IT-Sicherheit – das gehört alles dazu.
Frage: Welche Erwartungen werden heute an einen Auditor gestellt?
Jansen: Heute wird von einem Auditor mehr verlangt als früher. Kommunikative, analytische und digitale Kompetenz sind unverzichtbar. Man muss in der Lage sein, mit Menschen zu sprechen, Prozesse zu verstehen und gleichzeitig technisch auf dem neuesten Stand sein.
Und was auf uns zukommt, ist ganz klar die neue ISO 9001, die für September 2026 geplant ist. Da wird es um die Förderung von Qualitätskulturen, Klimawandel und Nachhaltigkeit gehen. Risiken und Chancen müssen klar getrennt werden, um gezielte Maßnahmen zu ermöglichen.
Frage: Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Klimawandel in Ihrem Beruf?
Jansen: Eine immer größere Rolle. Das Klima ist ein zentraler Einflussfaktor für jedes Management-System – das wurde bereits 2024 mit einem Amendment zur ISO unterstrichen. Nachhaltigkeit ist kein Trend – sie ist die Zukunft.
Und nicht nur für uns – auch für meine Kinder und die nachfolgenden Generationen. Wir werden vieles nicht mehr rückgängig machen können, was wir getan haben, aber wir sollten jetzt anfangen, etwas zu retten. Und das bietet auch eine Menge Chancen.
Frage: Wie sieht es mit der Digitalisierung aus?
Jansen: Die Digitalisierung ist ein großer Treiber. Wir setzen jetzt auch in unserer Firma darauf, sie voranzutreiben – auch wenn ich da nur am Rande informiert bin. Ich glaube, sobald die Schulungen beginnen, wird das Thema auch für mich interessanter.
Die Digitalisierung hat uns allen vieles einfacher gemacht. Wenn man sich nur an die 70er Jahre erinnert – damals mit dem Star-Wars-Telefon – und heute, da sind wir schon in der Realität. Es reicht, auf einen Knopf zu drücken, und das Papier kommt raus – kein Fax mehr, kein Handyanruf. Es ist ein Riesensprung.
Frage: Welche Rolle spielt Cybersicherheit?
Jansen: Eine immer wichtigere. Gerade bei der Digitalisierung kommt man nicht umhin, sich mit Cybersicherheit auseinanderzusetzen. Wenn Passwörter geknackt werden und jemand sich auf der Plattform breitmacht, dann ist Cyberschutz, Cybersecurity, Datenschutz ein wichtiges Thema. Und dafür muss man sich rüsten.
Auch hier müssen wir uns auf die neuen Anforderungen einstellen – Nachhaltigkeitspflichten, Daten- und Cybersicherheit. Und künstliche Intelligenz wird auch noch ein großes Thema werden, das uns sowohl auf unserer als auch auf der Kundenseite begleiten wird.
Frage: Welche Anforderungen erwarten Sie in der Zukunft?
Jansen: Systematisches Denken, Qualitätsverantwortung, das Über-den-Tellerrand-Schauen – das wird in Zukunft noch wichtiger. Digitale Kompetenz, Agilität, Proaktivität – da kommt noch einiges auf uns zu.
Aber auch kulturelle Aspekte in der Führung werden stärker in den Fokus rücken – wie man mit Mitarbeitern umgeht, wie man Diversität lebt, wie man soziale Aspekte berücksichtigt. Das gehört einfach dazu.
Frage: Wie gehen Sie mit Risiken und Chancen um?
Jansen: Es geht darum, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Was für Möglichkeiten hat ein Unternehmen auf dem Markt, wenn es die richtigen Schritte geht? Das betrifft nicht nur die eigene Organisation, sondern auch die Kunden – die haben ja oft Vorgaben in Sachen Qualität, Unternehmensstrategie, Führungskultur, Nachhaltigkeit.
Und da liegt viel Potenzial drin – für beide Seiten. Gerade bei der Flottenumstellung auf E-LKWs oder E-Autos gibt es viele offene Fragen: Wie komme ich mit den Ladesäulen klar? Wo sind die Ladepunkte? Wie sieht es mit der Zeitplanung aus? Das gehört alles mit zu Risiken und Chancen.
Frage: Abschließend: Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?
Jansen: Dass ich mit jedem Audit auch selbst weiterwachse – und dass ich sehe, wie die Unternehmen, mit denen ich arbeite, neue Dinge lernen und sich weiterentwickeln. Das ist es, was mir die Freude an der Arbeit gibt.
Volker Jansen zeigt, wie facettenreich und anspruchsvoll die Arbeit eines Auditoren ist. Seine Erfahrung macht deutlich: Qualität, Nachhaltigkeit und digitale Transformation sind keine Schlagwörter – sie sind die Grundlage für zukunftsfähige Unternehmen. Und Audits sind mehr als eine Prüfung – sie sind ein Prozess, der Unternehmen weiterbringt.
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